Das Burnout Syndrom

Burnout ist Englisch und bedeutet übersetzt soviel wie „ausgebrannt sein“. Leidet man unter dem Burnout, so leidet man zumeist an einer emotionalen Erschöpfung sowie einer reduzierten Leistungsfähigkeit, dabei beginnt das Burnout zumeist mit einer idealistischen Begeisterung, entwickelt sich aber dann durch frustrierende Erlebnisse zu einer Desillusionierung, einer psychosomatischer Erkrankung, Apathie, Depressionen, Aggressivität oder einer höheren Suchtgefährdung. Dabei ist Burnout keine Krankheit, welche diagnostische Kriterien befolgt, sondern wird zumeist durch eine berufliche Überbelastung oder Stress ausgelöst, welcher nicht ohne Weiteres bewältigt werden kann. Das Burnout ist nicht auf einzelne Berufsgruppen beschränkt, sondern es kann jeden treffen, sowohl Lehrer, Politiker, Ärzte, Sportler, Pfleger, Banker als auch Schüler und Studenten.

Symptome für ein Burnout

Als die häufigsten Symptome für einen Burnout zählen die emotionale Erschöpfung, die Depersonalisierung sowie das Erleben von Misserfolgen.

Die emotionale Erschöpfung

Eine emotionale Erschöpfung resultiert zumeist aus einer übermäßigen physischen oder emotionalen Anstrengung, wodurch sich die Betroffenen kraftlos, schwach, matt und müde fühlen. Sie sind dabei meistens sehr leicht reizbar und leiden unter einer Antriebsschwäche.

Die Depersonalisierung

Bei einer Depersonalisierung stellen die Betroffenen aufgrund einer Erschöpfung eine Distanz zwischen sich selber und ihren Klienten her, dies äußert sich durch eine immer weiter zunehmende Gleichgültigkeit sowie einer zynischen Einstellung gegenüber den Klienten. Betroffene lassen dabei quasi die Nöte und

Probleme der Klienten nicht mehr an sich heran kommen und konzentrieren sich stattdessen auf die rein sachlichen Aspekte der Beziehung, was die Arbeit mit den Klienten zu einer sehr unpersönlichen Routine macht.

Das Erleben von Misserfolgen

Bei diesem Symptom haben die Betroffenen meistens das Gefühl, das sie trotz einer Überbelastung nicht viel oder sogar gar nichts erreichen. Ihnen fehlen die Erfolgserlebnisse, was daraus resultieren kann, dass die Anforderungen sowohl qualitativ, als auch quantitativ steigen und sich verändern und der Betroffene dabei die Meinung vertritt, dass er im Vergleich zu diesen wachsenden Anforderungen eine zu geringe Leistung erbringt. Betroffene sehen sich so selber als ineffizient und ineffektiv. Oft führt auch die Depersonalisierung zu einem erleben von Misserfolgen, da die Klienten ebenso eine Distanz zum Betroffenen aufbauen, wie er auch zu ihnen.


Einzelne Phasen des Burnout

Gail North und sein Kollege Herbert Freudenberger haben das Burnout in zwölf Phasen unterteilt, deren Reihenfolge jedoch nicht immer gleich sein muss.

1. Der Drang, anderen und sich selber etwas zu beweisen.
2. Um sehr hohe Erwartungen zu erfüllen, erzeugt der Betroffene ein extremes Leistungsstreben.
3. Mit der Überarbeitung werden oft persönliche Bedürfnisse und soziale Kontakte vernachlässigt.
4. Innere Probleme und Konflikte werden übergangen oder überspielt.
5. Das eigene Wertesystem gerät ins Wanken, an Hobbys und Freunden wird gezweifelt.
6. Entstehende Probleme werden geleugnet, dafür wird der Betroffene zunehmend intoleranter und verständnisloser anderen gegenüber.
7. Soziale Kontakte werden auf ein Minimum konzentriert.
8. Das Verhalten von Betroffenen ändert sich offensichtlich, der Betroffene bekommt das Gefühl der Wertlosigkeit und eine zunehmende Ängstlichkeit.
9. Das Leben des Betroffenen verläuft immer mechanistischer, was aus der Depersonalisierung und dem Kontaktverlust resultiert.
10. Der Betroffene leidet unter einer inneren Leere, welche er mit Überreaktionen zu überspielen versucht.
11. Betroffene erkranken an Depressionen, welche oft von Hoffnungslosigkeit, Gleichgültigkeit, Perspektivlosigkeit und Erschöpfung begleitet werden.
12. Selbstmordgedanken kommen zunehmend, um mit der Situation fertig zu werden, es besteht eine akute Gefahr eines physischen und mentalen Zusammenbruchs.

Ursachen für ein Burnout

Es gibt viele validierte Modelle, welche versuchen das Burnout zu erklären, allerdings gibt es auch einzelne Ursachen, auf welche nun weiter eingegangen wird.

Persönliche Ursachen

Um am Burnout zu erkranken, gibt es eine Vielzahl an möglichen persönlichen Ursachen, zu den häufigsten zählt der Neurotizismus. Hierbei ist der Betroffene bereits ängstlich, besitzt eine geringe Selbstachtung, neigt zu Sorgen, Depressionen, Schuldanfälligkeit und einem labilen Selbstwertgefühl, diese persönlichen Ursachen können oft zu einem Burnout, mit weitreichenden Depressionen führen.
Auch das Perfektionsstreben ist ein Nährboden für das Burnout, denn gelingt nicht alles so perfekt, wie der Betroffene es gerne hätte, so kann dies ebenso zu

Depressionen, bis hin zum Burnout führen.
Das sogenannte Helfersyndrom zählt ebenso zu den persönlichen Ursachen, hierbei versucht ein Betroffener sein labiles Selbstwertgefühl dadurch zu stabilisieren, indem er große Aufgaben übernimmt und so auf eine hohe Dankbarkeit der Hilfsempfänger hofft. Auch ein krankhafter Ehrgeiz kann oft zunächst zu Depressionen und später auch zum Burnout führen, doch auch persönliche Defizite, wie eine schlechte Ausbildung oder Misserfolge begünstigen Depressionen und das Burnout.

Soziale Ursachen

Auch organisationspsychologische und soziale Ursachen können zu einer Erkrankung am Burnout Syndrom führen. Zu den häufigsten Ursachen zählen hierbei diverse Wechsel bei der Arbeit, so kann schon der Wechsel eines Vorgesetzten oder der Arbeitsstelle als Auslöser von Depressionen sein. Auch die Arbeitsbelastung stellt eine wichtige Rolle dar, schwierige Klienten oder zeitraubende Verwaltungsarbeiten begünstigen hierbei eine Erkrankung. Auch die Routine kann zu Depressionen führen, da man so an der Langeweile leidet, dies wird auch Boreout-Syndrom genannt und ist dem Burnout-Syndrom sehr ähnlich.

Die Überlastung

Besonders die Arbeitsbelastung ist sehr oft der Auslöser für zunächst Depressionen und später dann auch dem Burnout, dabei gehört sowohl die massive körperliche Belastung, wie der häufige und starke Wechsel bei den Umgebungstemperaturen, ein schneller Wechsel bei den täglichen Arbeitszeiten sowie häufige und lange Nachschichten. Auch Überstunden sind häufige Ursachen, denn der Arbeiter überfordert sich so selbst, was der Arbeitgeber oft gar nicht bemerkt oder was von ihm gewollt ist, um beispielsweise ein Arbeitsziel zu erreichen.


Gesellschaftliche Ursachen

Zu den gesellschaftlichen Ursachen zählen eine Vielzahl an Ursachen, so kann beispielsweise der Zerfall von familiären Bindungen zu einer wachsenden Anonymität oder Unpersönlichkeit führen, was beim Betroffenen eine narzisstische und selbstbezogene Charakterstruktur schafft, was zu starken Depressionen führen kann. Auch der Wertewandel kann als Ursache gesehen werden, denn besonders die Einstellung zur Religion kann zu einer Unzufriedenheit und auch zu einem Burnout führen. Berufliche Misserfolge und eine ungünstige Arbeitsmarktlage sind sehr oft Ursachen für eine Erkrankung am Burnout-Syndrom, dazu zählt ebenso die Arbeitslosigkeit, wie auch die Angst vor einem Abrutschen in die Arbeitslosigkeit, was dazu führt, dass viele Menschen in Berufen und Arbeitsstellen arbeiten, wo sie eigentlich nicht arbeiten möchten, dies ist eine sehr weit verbreitete Ursache für die Erkrankung an Depressionen und an dem

Burnout-Syndrom.

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